Mineralwasser – natürlich den Durst löschen

Mineralwasser

Was ist Mineralwasser, woher kommt es und welche Gesetze regeln es?

Mineralwasser löscht den Durst hervorragend, ist natürlich und hat keine Kalorien. So ist es nicht verwunderlich, dass dieses Getränk weltweit so beliebt ist. Allein in Deutschland füllen die Brunnenbetriebe 14 Milliarden Liter Mineral- und Heilwasser sowie Mineralbrunnen-Erfrischungsgetränke ab – und das Jahr für Jahr!1 Im Gegensatz zu allen anderen Lebensmitteln in Deutschland ist Mineralwasser sogar amtlich anerkannt. Dafür unternehmen Brunnenunternehmen, Behörden und unabhängige Labors einiges: In mehr als 200 Einzeluntersuchungen wird die Qualität des Mineralwassers kontinuierlich geologisch, chemisch und mikrobiologisch geprüft. So wird sichergestellt, dass die gesetzlichen Vorgaben, die Sicherheit und die Hygiene eingehalten werden. Hinter dem Getränk Mineralwasser stecken viele wissenswerte Informationen. Welche es sind, verrät dieser Blog.

Mineralwasser – eine unglaubliche Vielfalt

Den Durst natürlich mit Mineralwasser zu löschen, ist für viele selbstverständlich. So verbrauchte jeder Bundesbürger im Jahr 2018 etwa 148 Liter Mineral- und Heilwasser.2 Für jeden Geschmack ist etwas dabei: Still, medium oder mit Kohlensäure, beim Mineralwasser hat jeder so seine Vorlieben. Dabei unterscheiden sich die erhältlichen Mineralwässer nicht nur im Gehalt der Kohlensäure. Oder haben Sie gewusst, dass es 500 diverse Mineralwässer gibt?3 Hinter diesem unglaublichen Angebot stecken fast 200 deutsche Mineralbrunnen. Außerdem sind 35 Heilwässer erhältlich. Mehr Auswahl ist kaum möglich. Aber was macht Mineralwasser aus, und was ist dieses Getränk nun genau?

Wie entsteht Mineralwasser?

Um als Mineralwasser zu gelten, muss das alkoholfreie Getränk zunächst eine Grundvoraussetzung erfüllen: Es muss auf natürliche Weise entstehen. Das Ausgangsprodukt ist das auf den Boden fallende Regenwasser, das über Jahre oder sogar Jahrhunderte durch die unterschiedlichen Erd- und Gesteinsschichten bis ins Erdinnere dringt. Umfangreiche und vielschichtige Vorgänge reinigen und filtern dabei das Wasser. Wie bei einem Kaffeefilter werden ‚größere Bestandteile durch die im Erdinneren vorhandenen minimalen Gesteinsritzen mechanisch abgefiltert, während kleinere Partikel im Gestein steckenbleiben oder sich aufgrund dort existierender elektrischer Kräfte anlagern.’4 Dieser Reinigungsprozess ist abhängig von dem jeweiligen Gestein und der Prozessdauer.

Die Ergänzung des Wassers mit Mineralstoffen und Kohlensäure erfolgt durch das Niedersickern durch die diversen Gesteinsschichten. Wie viele und welche Mineralstoffe sowie Spurenelemente aufgenommen werden, hängt von mehreren Faktoren ab: von der Wassertemperatur, der Bodentemperatur, der Fließgeschwindigkeit und natürlich der Gesteinsart.5 Unterschiedliche Gebiete bringen also unterschiedliche Mineralwässer hervor. Für die Aufnahme von Kohlensäure sind in erster Linie vulkanische Gebiete erforderlich.

Das über den langen Prozess entstandene Mineralwasser staut sich letztendlich in einem Reservoir. Eine Deckschicht schützt dieses natürliche Wasservorkommen vor Verschmutzungen.6 Nun kann es von den Mineralbrunnenfirmen mit leistungsfähigen Pumpen zurück nach oben befördert werden. Eine Besonderheit stellt die artesische Quelle dar. Bei ihr steht das Mineralwasser durch die natürliche Kohlensäure unter einem so hohen Druck, dass es selbst nach oben steigt. Dieses geschieht allerdings äußerst selten.

Welche Wasserarten gibt es und worin unterscheiden sie sich?

In Deutschland sind Mineralwasser, Heilwasser, Quellwasser und Tafelwasser erhältlich. Außerdem gibt es natürlich das aus den Leitungen stammende Trinkwasser. Worin sich diese nichtalkoholischen Getränke unterscheiden, verdeutlicht die Übersicht:7

Was ist Mineralwasser?

Natürlich entstanden, entstammt das Mineralwasser aus einem gut gesicherten Wasservorkommen. Es muss direkt vor Ort, also direkt an der Quelle, abgefüllt werden. Wie zu Beginn erwähnt, ist Mineralwasser als einziges Lebensmittel in Deutschland sogar amtlich anerkannt. Das umfassende Anerkennungsverfahren ist streng und beinhaltet über 200 geologische, chemische und mikrobiologische Tests. Auch die Kontrollen sind strikt, um Konsumierenden gleichbleibende Qualität zu garantieren. Mineralwasser darf nicht irgendwie etikettiert oder verpackt sein. Wie dieses zu erfolgen hat und was ein natürliches Mineralwasser ausmacht, ist in der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung (MTV) exakt definiert.

Was ist Heilwasser?

Der gravierendste Unterschied zum Mineralwasser ist, dass Heilwasser dem Arzneimittelgesetz unterliegt. Wie das Mineralwasser entstammt es ebenfalls aus einem unterirdischen, gut gesicherten Wasservorkommen, das durch Niederschlagswasser gebildet wurde. Allerdings zeichnet sich das Heilwasser durch das Vorhandensein bestimmter Mineralstoffe und Spurenelemente aus, die in ihrer Kombination vorbeugende, lindernde oder heilende Wirkungen haben. Diese gesundheitsfördernden Wirkungen müssen wissenschaftlich erwiesen sein. Bei den Heilwässern bestimmen ebenfalls die Art der Gesteinsschichten sowie die Dauer des Niedersickerns des Wassers welche Mineralstoffe und Spurenelemente in welchen Mengen aufgenommen werden. Hydrogencarbonat wird beispielsweise bei einem kalkreichen Gestein aufgenommen, Natrium, Calcium und Magnesium bei einem mineralischen.8 Heilquellen kommen nur in gewissen Regionen Deutschlands vor. Im Handel sind 35 unterschiedliche Heilwässer erhältlich.

Was ist Quellwasser?

Quellwasser kommt – wie auch das Mineralwasser und Heilwasser – aus unterirdischen, vor Schadstoffen gut gesicherten Wasservorkommen, das durch niedergesickertes Regenwasser entstand. Durch das allmähliche Niedersickern durch die Gesteinsschichten lösen sich Mineralien und Spurenelemente aus den Gesteinen. Quellwasser muss an der Quelle abgefüllt und darf weder chemisch noch durch Filtertechniken aufbereitet werden.<sup>9</sup> Im Gegensatz zu den Mineralwässern ist bei den Quellwässern keine amtliche Anerkennung notwendig. Wie Quellwasser gewonnen, abgefüllt und in den Handel gebracht werden darf, regelt die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung.

Was ist Tafelwasser?

Anders als Mineralwasser, Heilwasser und Quellwasser wird Tafelwasser künstlich hergestellt. Gewöhnlich handelt es sich bei diesem Erfrischungsgetränk um mit weiteren Zutaten angereichertes Trinkwasser. Tafelwasser darf unterschiedliche Wasserarten wie Trinkwasser, Mineralwasser, Meerwasser, Natursole mischen. Erlaubt ist zudem das Hinzufügen von Mineralstoffen und Kohlensäure. Die qualitätshygienischen Anforderungen sind dabei natürlich einzuhalten. Nicht notwendig ist eine amtliche Anerkennung. Ein Tafelwasser darf nicht als natürliches Wasser etikettiert werden; eine Ursprungsquelle oder ein Brunnen darf ebenfalls nicht angegeben sein.10 Ein Tafelwasser enthält also Trinkwasser, erfüllt allerdings nicht den Ansprüchen, die an das Mineralwasser gestellt werden. Bei der Herstellung werden dem regional vorhandenen Wasser zunächst die Inhaltsstoffe fast vollständig entzogen. Anschließend wird eine festgelegte Dosis an Mineralstoffen, Mineralsalzen oder Speisesalz unter Einhaltung der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung und des Lebensmittelrechts sowie der Verordnung über natürliches Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser hinzugefügt. Mit diesem Vorgehen ist der Abfüllort für den Geschmack irrelevant. Ganz gleich woher das Wasser stammt, durch die Produktion schmeckt es stets gleich.

Was ist Sodawasser?

Sodawasser ist zunächst ein Mineralwasser oder Tafelwasser. Neben Kohlensäure zeichnet sich das Sodawasser durch den Gehalt von mindestens 570 mg Natriumhydrogencarbonat pro Liter aus.

Was ist Bio-Mineralwasser?

Bestmögliche Qualität, bestmögliche Reinheit, regelmäßige Analysen – diese Merkmale kennzeichnen das Bio-Mineralwasser. Das Getränk „BioKristall“ war das Getränk, das bundesweit als erstes Bio-Mineralwasser zertifiziert wurde.16 Weitere Anbieter folgten. Diese müssen sich ökologisch und sozial engagieren. Das heißt unter anderem: Ökologischer Anbau, Umweltschutz, Klimagasreduktion sowie Einhaltung sozialer Standards sind wesentliche Faktoren, die sie bei der Herstellung und Abfüllung berücksichtigen müssen. Während übliche Mineralwässer aufbereitet werden dürfen, lassen Bio-Anbieter vor der Abfüllung ihre Mineralwässer beispielsweise über ein Kiesbett laufen.17 Ziel ist es, dass Bio-Mineralwasser möglichst naturrein abgefüllt wird. Und: Bio-Mineralwasser muss nachweislich gesundheitsfördernd sein. Selbstverständlich müssen diese Getränke amtlich anerkannt sein.

Was ist Trinkwasser?

In Deutschland stammt das Leitungswasser, auch Trinkwasser genannt, zu zwei Dritteln aus Grundwasser, zu einem Drittel aus Oberflächenwasser.11 In Deutschland sind die Anforderungen an das Trinkwasser in der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) geregelt, um die menschliche Gesundheit vor Verunreinigungen zu schützen. Muss das Trinkwasser aufbereitet werden, ist dieser Vorgang neben den Qualitätsparametern in der TrinkwV vorgegeben. Hierzulande zählt das Trinkwasser zu den Lebensmitteln, die am stärksten überprüft werden. Schließlich muss die Wasserversorgung sicher und hygienisch sein. Um der TrinkwV zu entsprechen, muss das Trinkwasser unter anderem farblos und geruchlos sowie geschmacklich neutral und kühl sein, frei von Krankheitserregern sein, darf die Gesundheit nicht schädigen und muss gelöste mineralische Stoffe in bestimmten Konzentrationsbereichen aufweisen.12 Der Wasseranbieter ist übrigens für die Trinkwasserqualität lediglich bis zur Wasseruhr verantwortlich.

Welche Gesetze regeln das Mineralwasser?

In Deutschland ist alles geregelt, so auch das Mineralwasser, das Quellwasser und das Tafelwasser. Dafür gibt es die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung vom 01. August 1984. Zuletzt geändert wurde diese am 05. Juli 2017. Diese Verordnung umfasst das Herstellen, Behandeln und das Inverkehrbringen von natürlichem Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser, aber auch von sonstigem abgefüllten Trinkwasser, das für Verbraucher gedacht ist.13 Was natürliches Mineralwasser ist und welche Anforderungen es erfüllen muss, definiert § 2:

  1. ‚Sein Ursprung ist in einem unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen, und es wird aus einer oder mehreren natürlichen oder künstlich erschlossenen Quellen gewonnen;
  2. seine Reinheit muss ursprünglich sein. Gekennzeichnet ist es durch seinen Gehalt an Mineralien, Spurenelementen oder weiteren Bestandteilen und gegebenenfalls durch spezielle, vor allem ernährungsphysiologische Wirkungen.
  3. seine Zusammensetzung, seine Temperatur und seine übrigen bestimmenden Kennzeichen bleiben im Rahmen natürlicher Schwankungen gleichbleibend; in der Schüttung werden sie nicht durch Schwankungen verändert.’14

Paragraf 3 behandelt die amtliche Anerkennung, die auf Antrag erteilt wird. So darf natürliches Mineralwasser nur mit ihr in den Handel gebracht werden. Voraussetzung für die amtliche Anerkennung ist, dass die im Paragraf 2 genannten Bedingungen alle erfüllt sind. Darüber hinaus müssen sie mit wissenschaftlich anerkannten Verfahren überprüft worden sein – und zwar geologisch, hydrologisch, physikalisch, physikalisch-chemisch und chemisch, mikrobiologisch und hygienisch. Wissenschaftlich anerkannte Verfahren sind unter ernährungsphysiologischen oder sonstigen Gesichtspunkten bei Bedarf „bei Wässern mit weniger als 1000 Milligramm gelöster Mineralstoffe oder weniger als 250 Milligramm freien Kohlendioxids in einem Liter zusätzlich“15 durchzuführen. Die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung finden Sie hier.

Und, Durst bekommen? Löschen Sie diesen stets mit gutem Gewissen mit natürlichem Mineralwasser. Zum Wohle!

Quellenangaben

1,2,3 https://www.vdm-bonn.de/mineralwasser-fakten/marktdaten.html
4,5,6 https://www.mineralwasser.com/themen/naturprodukt-mineralwasser/naturprodukt/article/die-natur-macht-den-unterschied-wie-mineralwasser-entsteht.html
7 https://www.vdm-bonn.de/mineralwasser-fakten/wassergattungen.html
8 https://www.heilwasser.com/57bcd9692878e866140ef62cfc7474d6/deutsch/wissenswertes_ueber_heilwasser/entstehung.html
9 https://de.wikipedia.org/wiki/Quellwasser
10 https://de.wikipedia.org/wiki/Tafelwasser
11 https://www.vdm-bonn.de/mineralwasser-fakten/wassergattungen.html
12 https://de.wikipedia.org/wiki/Trinkwasser
13,14,15 https://www.gesetze-im-internet.de/min_tafelwv/Min_TafelWV.pdf
16 https://www.bio-mineralwasser.de/presse/aktuelles/detail/article/qualitaetsgemeinschaft-bio-mineralwasser-molkerei-gropper-erhaelt-als-11-unternehmen-das-bio-mine.html
17 https://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/alles-wissen/sendungen/bio-wasser--gibt-es-das-ueberhaupt,artikel-1330.html

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