Kreislaufwirtschaft

Das Abfallrecht in Deutschland wurde erstmals 1972 in einem eigenen Gesetz (Abfallbeseitigungsgesetz) zusammengefasst und im Jahr 1986 durch die 4. Abfallbeseitigungsnovelle novelliert. Damals stand die gefahrlose Beseitigung vor allem von gesundheitsgefährdenden Abfällen im Vordergrund. Mitte der neunziger Jahre ist das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) in Kraft getreten und löste damit die Abfallbeseitigungsnovelle ab. Mit dieser gesetzlichen Weiterentwicklung spielt die Vermeidung und Verwertung mit dem Ziel der Reduzierung der zu entsorgenden Abfälle eine zunehmende Rolle.

Wertstoffkreislauf

Das deutsche Abfallrecht: Geschichte, Grundprinzipien & Ziele

Heute ist das Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen – das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) – das zentrale Bundesgesetz des deutschen Abfallrechts. Oberstes Ziel der im Gesetz verankerten Maßnahmen und Vorgaben ist es natürliche Ressourcen zu schonen, Mensch und Umwelt bei der Erzeugung und Bewirtschaftung von Abfällen zu schützen sowie das Recycling und die sonstige stoffliche Verwertung von Abfällen zu fördern. Mit dem Kreislaufwirtschaftsgesetz tritt damit immer mehr die Ziele Klimaschutz und Ressourcenschonung für die Abfallwirtschaft in den Vordergrund.

Unterstützt werden die Ziele der modernen Abfallwirtschaft durch eine Vielzahl von Einzelgesetzen und Verordnungen. Für die Verpackungsindustrie gilt die Verpackungsverordnung von 1991. Ziel der Verordnung ist es die Reduzierung des Verpackungsmülls sowie die Abkehr von der Wegwerfgesellschaft. Die Verpackungsverordnung durchlief mehrere Novellen. Heute ist die siebte Novelle rechtsgültig, welche zum 01. Januar 2019 durch das Verpackungsgesetz abgelöst wird.

Wichtigste Regelungen für EinWeg mit Pfand

  • Angleichung des Abfallbegriff an die europäische Abfallrahmenrichtlinie und Erweiterung des Begriffs (§ 3 Abs. 1)

  • Präzisierung des Abfallbegriffs (§ 5)

  • Erweiterung der Abfallhierarchie (§6). Danach gilt die Rangfolge unter den Abfallbewirtschaftungsmaßnahmen:

    • Vermeidung

    • Vorbereitung zur Wiederverwendung

    • Recycling

    • sonstige Verwertung, insbesondere energetische Verwertung und Verfüllung

    • Beseitigung

  • Einführung von Recyclingquoten, die spätestens ab 2020 einzuhalten sind (§ 14)

Der Wertstoffkreislauf – ein erfolgreiches System zur Abfallvermeidung und Ressourcenschonung

Die im Kreislaufwirtschaftsgesetz verankerten Ziele Klimaschutz und Ressourcenschonung werden durch den Wertstoffkreislauf im EinWeg mit Pfand System aktiv umgesetzt und ständig weiterentwickelt. Durch Investitionen in Innovationen über die letzten zwölf Jahre haben Hersteller und Handel folgende Erfolge umsetzen können:

  • Eine nahezu vollständige Rückführung in den Wertstoffkreislauf: 98,5 Prozent der EinWeg mit Pfand Verpackungen werden vom Verbraucher wieder in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt

  • Hohe Recyclingquoten: 97,9 Prozent bei PET-Flaschen und 99 Prozent bei Metalldosen

  • Materialeinsparung: Eine Reduzierung des Packmittelgewichts bei PET-Flaschen um 16,04 Prozent und bei Aluminiumdosen um 10,6 Prozent

  • Ressourcenschonung: Durch die aktive Substitution von Mehrweg durch EinWeg mit Pfand und den Innovationen in der Packmittelherstellung konnte der Packmittelverbrauch um 588.000 Tonnen (38 Prozent) reduziert werden

  • Materialeffizienz: Im Vergleich zu 2002 ist die Materialeffizienz bei Einweg-Kunststoff um 38,4 Prozent und bei der Dose um 26,4 Prozent gestiegen. Die Materialeffizienz bei Getränkeverpackungen wird durch drei Faktoren beeinflusst: Materialeinsparung, qualitativ hochwertiges Recycling und der Verbesserung der Produktqualität hinsichtlich Lebensdauer und Stabilität.

Durch materialeffiziente Gebinde, hohe Recyclingquoten und qualitativ hochwertiges Recycling sowie durch einen nahezu vollständig geschlossenen Wertstoffkreislauf werden Ressourcen effektiv geschont und Abfall vermieden. EinWeg mit Pfand hat sich somit zu einem Vorzeigebeispiel für eine gelungene, "wirkliche" Produktverantwortung durch einen Wertstoffkreislauf, welcher wechselseitig auf Herstellungsprozess und Abfallbehandlung einwirkt, entwickelt.

System zur Abfallvermeidung

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